Dienstag, 28. Juli 2026

Top Ten: Frauen der Blues-Geschichte

PLATZ 1: Mamie Smith
Mamie Smith, geborene Robinson, war Pianistin, Tänzerin und Sängerin und 1920 die Interpretin, welche die erste Bluesaufnahme mit Gesang machte. Sie wurde wegweisend für den Vaudeville-Blues und deren Künstlerinnen wie Ma Rainey oder Bessie Smith (nicht verwandt).
PLATZ 2: Lucille Hegamin
Lucille Hegamin, geborene Nelson, war 1920 nach Mamie Smith die zweite afroamerikanische Sängerin, die Blues aufnahm. Ihrer Herkunft und ihrer kurvigen Figur wegen wurde sie auch "the Georgia Peach" genannt. 1929 hatte sie eine eigene Radiosendung, was nur wenigen Frauen und nur wenigen Afroamerikanern gelang. Trotz ihres Erfolgs zog sich sich 1934 vom Musikgeschäft zurück und wurde Krankenschwester, erst 1961 machte sie wieder Aufnahmen und startete ein kurzes Comeback, ehe sie 1970 verstarb.
PLATZ 3: Alberta Hunter
1921 nahm Alberte Hunter ihre erste Single auf, im Gegensatz zu Mamie Smith war sie auch als Songschreiberin tätig. Obschon sie noch vor Ma Rainey und Bessie Smith Platten einspielte, stand sie allerdings stets etwas im Schatten dieser beiden. Allerdings war Hunter nicht ausschliesslich Sängerin, einen Grossteil ihres Lebens arbeitete sie als Krankenschwester.
PLATZ 4: Ma Rainey
Gertrude "Ma" Rainey, geborene Pritchett, war ebenfalls eine der frühen Bluessängerinnen, nahm aber erst drei Jahre nach Mamie Smith ihre erste Single auf. Sie wurde als "Mutter der Blues" bezeichnet, die auch jüngere Künstler und Künstlerinnen unter ihre Fittiche nahm und förderte, allen voran Bessie Smith. 
PLATZ 5: Bessie Smith
Gefördert von Ma Rainey, konnte Bessie Smith bereits 1923, im selben Jahr wie ihre Mentorin, ihre ersten Aufnahmen machen, und dies war der Beginn einer Karriere, die ihr den Titel Empress of the Blues (Kaiserin des Blues) einbrachte; für viele ist Bessie Smith noch immer die beste Bluessängerin aller Zeiten. Ihr Leben aber war nicht immer einfach, sie wurde zur Alkoholikerin und verstarb viel zu jung nach einem Autounfall. Ihr Tod ist legendenumwoben, immer wieder wird die Geschichte erzählt, sie wäre verblutet, weil ein Krankenhaus für Weisse (es war die Zeit der Rassentrennung in den USA) sich geweigert hätte, sie aufzunehmen. Wirklich belegt ist diese Geschichte zwar nicht, dennoch wurde Bessie Smith dadurch zu einer Ikone für den Kampf gegen Rassismus, deren tragisches Ableben zum Thema verschiedener Theaterstücke und Protestsongs wurde.
PLATZ 6: Lovie Austin
Cora Calhoun, die sich als Musikerin Lovie Austin nannte, war keine Sängerin, sondern Pianistin, Komponistin und Arrangeurin, die sowohl im Blues als auch im Jazz ihre Spuren hinterliess. In einer Zeit, in der Begleitmusiker und Arrangeure meist männlich waren, war sie die grosse Ausnahme. Ihre erste Aufnahme war 1923 als Begleitung für die Sängerin Ida Cox. Schliesslich brachte es Austin gar zur Bandleaderin, eine der wenigen Frauen, die zu jener Zeit diese Position innehatten.
PLATZ 7: Hannah Sylvester
Zwar nahm auch Hannah Sylvester ihre ersten Singles 1923 auf, irgendwie ging diese Sängerin aber ziemlich vergessen- und dies obschon sie noch in den 1970ern aktiv war, kurz bevor sie 1973 verstarb. Hannah Sylvester hatte wohl eine der längsten Karrieren unter den klassischen Bluessängerinnen, dennoch stand sie stets etwas im Schatten von Bessie Smith und Ma Rainey.
PLATZ 8: Coot Grant
Coot Grant, die eigentlich Leola Pettigrew und nach ihrer Hochzeit Leola Wilson hiess, machte ab 1925 Aufnahmen sowohl solo als auch mit ihrem Mann (der sie oft am Klavier begleitete) und verschiedenen Jazz-und Bluesmusikern. In Erinnerung blieb sie auch als Songschreiberin, sie und ihr Mann verfassten ungefähr 400 Songs. Mit Blind Blake nahm sie auch einige Country-Blues- Titel auf, wodurch sie eine der wenigen Künstlerinnen war, die sowohl Vaudeville- als auch Country-Blues machten.

PLATZ 9: Victoria Spivey
1926 machte die Sängerin, Pianistin und Komponistin Victoria Spivey ihre ersten Aufnahmen. Bald war sie nicht nur als Musikerin, sondern auch als Schauspielerin erfolgreich. 1951 zog sie sich von der Bühne zurück und leitete einen Kirchenchor, doch während des Blues-und Folkrevivals der 1960er konnte sie ein Comeback starten. Ausserdem gründete sie ein Plattenlabel namens "Spivey Records", eine der wenigen von einer Frau geführten Plattenfirmen.
PLATZ 10: Memphis Minnie
1929 machten Lizzie Douglas und ihr Ehemann Joe McCoy ihre ersten Plattenaufnahmen, sie nannten sich Kansas Joe und Memphis Minnie. Memphis Minnie spielte Gitarre und schrieb viele ihrer Songs selbst. Ihre Musik war nicht im jazzlastigeren Vaudeville-Blues verwurzelt, wie bei den "klassischen" Bluessängerinnen Bessie Smith oder Ma Rainey, sondern im folkigeren Countryblues. Sie wurde in Louisiana geboren, wuchs aber in Memphis, Tennessee auf, wo sie ein wichtiger Bestandteil der dortigen Blues-Szene war. Auch als Mentorin für jüngere Talente machte sie sich einen Namen. Leider konnte sie nicht wirklich von ihrer Musik leben, in ihren späteren Lebensjahren war sie auf Sozialhilfe angewiesen. Nach einem Schlaganfall sass sie im Rollstuhl und musste in ein Pflegeheim.

Auch erwähnenswert:
-Marion Harris: eine der ersten weissen Sängerinnen, die Bluestitel einspielten
-Big Mama Thornton: eine der wenigen Bluessängerinnen, die auch Mundharmonika spielten
-Koko Taylor: bekannteste Sängerin des Chicago Blues

Jade Belles Decolletée



Cola für Layla


Laylas Bauch


Beauregarde früher und heute


Unbekannte Schönheiten



















Top Ten: Bands der Country Music Geschichte

PLATZ 1: Gid Tanner and his Skillet Lickers
Als sie sich 1925 zusammen taten, waren sie alle bereits etablierte Musiker: der Fiddler Gid Tanner (der als Bandleader fungierte), der blinde Gitarrist und Sänger Riley Puckett, der Banjospieler Fate Norris und der Fiddler Clayton McMichen. Später sollten noch andere Musiker zu Skillet Lickers werden, doch dieses war die Ursprungsbesetzung, die zu den beliebtesten Stringbands der 1920er zählte und mit ihrem Einsatz von zwei Fiddles- den sogenannten twin fiddles- etwas einführte, was später vor allem im Western Swing übernommen wurde.
PLATZ 2: Charlie Poole and his North Carolina Ramblers
Bandleader, Banjospieler, Sänger und gelegentlich auch Songschreiber Charlie Poole, sein fiddlespielender Schwager Posey Rorer und der Gitarrist Norman Woodlief waren die ursprünglichen Mitglieder der North Carolina Ramblers, deren Mischung aus Hillbilly, Minstrelsongs und Ragtime sehr gut ankam. Durch einen Sportunfall in seiner Jugend hatte Poole einen gebogenen Daumen, weshalb er sein Banjo nur mit drei Fingern spielte, eine Technik, die später von vielen Bluegrass-Musikern aufgegriffen wurde. Poole war ein Showman, der sein Banjo auch mal rumwirbelte und auf dem Rücken spielte und auf der Bühne gerne Spässe machte. Leider war er aber auch starker Alkoholiker und verstarb nach einer mehrtägigen Sauftour mit nur gerade 39 Jahren. Nach seinem Tod übernahm zuerst Posey Rorer die Rolle des Bandleaders, danach der später hinzugekommene Roy Harvey. bevor die Band sich auflöste. 
PLATZ 3: Carolina Tar Heels
Ebenfalls 1925 taten sich Clarence Ashley, Doc Walsh und Gwen Foster, die alle auch solo erfolgreich waren, zu den Carolina Tar Heels zusammen, ab 1927 nahmen sie auch gemeinsam auf. Auch wenn später noch andere Musiker hinzustiessen, diese drei waren der harte Kern der Gruppe, die, ähnlich wie die Skillet Lickers, zu den ersten Supergroups gezählt werden kann, bei der Musiker, die ansonsten solo bekannt sind, sich zusammen tun. 1932 löste sich diese Supergruppe wieder auf, doch 1961 kamen sie im Rahmen des Folk-Revivals noch einmal für ein Album zusammen.
PLATZ 4: Allen Brothers
Die grosse Zeit der Brüderduos war zwar in den 1930er und 40er Jahren, die Brüder Austin und Lee Allen, die seit 1923 zusammen spielten, konnten bereits 1926 ihre ersten Aufnahmen machen und wurden zu Vorgängern für Duos wie die Monroe Brothers, Shelton Brothers, Delmore Brothers und wie sie alle hiessen. Leider konnten die beiden Brüder nie wirklich von ihrer Musik leben und 1934 trennten sich ihre musikalischen Wege- beide gingen wieder anderer Arbeit nach. Austin verstarb 1959 und erlebte das grosse Folk-Revival der 1960er nicht mehr mit, Lee konnte in den 6oern wieder einige Konzerte bestreiten.
PLATZ 5: Georgia Yellow Hammers
Die Georgia Yellow Hammers, die 1927 bekannt wurde, war hingegen eine Band, die keine Solomusiker hervorbrachte. Ihre Musik war breit gefächert, sie spielten Hillbilly, Gospel, Pop und Blues gleichermassen. Im Gegensatz zu den North Carolina Ramblers hatten sie keinen Solisten als Sänger, sondern alle vier Gründungsmitglieder sangen. Diese waren die Gitarristen Phil Reeve und Ernest Moody, der Banjospieler Bud Landress und Fiddler Bill Chitwood, der mit seiner Bassstimme wesentlich zu mehrstimmigem Gesang beitrug- lange vor mehrstimmig singenden Countrygruppen wie den Sons of the Pioneers oder den Statler Brothers.
PLATZ 6: Carter Family
Als erste Gesangsgruppe der Countrymusik und "First Family of Country" gilt allerdings die Carter Family in ihrer Originalbesetzung mit A.P. , Maybelle und Sara Carter. Mit ihren traditionellen Folksongs (die von A.P. Carter, der sich als einer der ersten das damals noch neue Copyright-Gesetz zunutze machte, oft als seine eigenen Kompositionen ausgegeben wurden) hinterliessen sie ihre Spuren sowohl in der Country- als auch in der Folkmusik. Maybelle Carters Gitarrenstil wurde zum Vorbild für viele spätere Gitarristen, und ihre Nachfahren sind noch heute im Musikbusiness tätig. (June Carter war Maybelles Tochter und Carlene Carter und John Carter Cash sind dadurch ihre Enkelkinder).
PLATZ 7: Dr. Humphrey Bate and his Possum Hunters
Eigentlich existierten sie noch vor den Skillet Lickers, ihre ersten Aufnahmen machten sie aber erst drei Jahre nach Tanners und Pooles Gruppen und den Carolina Tar Heels und ein Jahr nach den Georgia Yellow Hammers und der Carter Family. Zuerst nannten sie sich Augmented Orchestra, doch als sie an der Grand Ole Opry spielten, wurde von ihnen verlangt, sich umzubenennen und in ländlicher Kleidung aufzutreten, um authentischer zu wirken (obschon viele Old Time-Künstler in Abzügen auftraten). Mundharmonikaspieler, Sänger und Bandleader Humphrey Bate war kein typischer Hillbilly, er hatte einen Doktortitel in Physik, doch liebte er diese Musik so sehr, dass er nicht nur ein exzellenter Musiker war, sondern auch ein wandelndes Lexikon zu dieser Musik und ihren Ursprüngen. Und durch das Mitwirken von Bates Tochter Alcyone waren die Possum Hunters auch eine der ersten Stringbands mit gemischten Geschlechtern.
PLATZ 8: Paul Warmack and His Gully Jumpers
Unter dem Namen Paul Warmack and His Barn Dance Orchestra hatte diese Gruppe ihren ersten Auftritt in der Grand Ole Opry, doch wurde sie auf Geheiss von Opry-Manager George D. Hay schon bald in Paul Warmack and His Gully Jumpers umbenannt. Da sie erst 1928 ihre ersten Aufnahmen einspielten, zählten sie zu den ersten Bands (nicht Solokünstlern), die durch die Grand Ole Opry bekannt wurden. Ausserdem waren die Gully Jumpers die ersten Hillbillymusiker, die in Nashville, Tennessee aufnahmen.

PLATZ 9: Ashley's Melody Men
Die Gruppe um Hobart N. Ashley und seine Söhne gehörte ab 1929 zu den ersten Hillbilly-Bands, die vorwiegend selbstgeschriebene Songs spielte. Leider verschwanden die meisten Mitglieder dieser Gruppe Ende der 1930er in der Versenkung, einzig Hobarts Sohn Hugh Ashley war weiterhin als Sänger und Songschreiber tätig. Er war ausserdem Politiker und Besitzer eines Plattenladens.

PLATZ 10: Kit and Kay
In den 1930ern gab es haufenweise Brüderduos wie die Monroe Brothers, Shelton Brothers oder Carlisle Brothers. Schwesternduos hingegen waren eher selten. Die Zwillinge Irene und Orlene Crouse waren eine der grossen frühen Ausnahmen. Ihr Aufstieg begann 1935/36 am Radio, wo sie vorwiegend ihre Musik präsentierten: Studioaufnahmen sind kaum bekannt. Die Namen Kit and Kay nahmen die Schwestern auf den Rat eines Radiohörers hin an, der fand, der Name Crouse Sisters wäre etwas schwer auszusprechen.

Auch erwähnenswert:
-Sons of the Pioneers: 1933 gegründet machte diese Gruppe mit mehrstimmigem Harmoniegesang und Westernmusik auf sich aufmerksam und wurde zum Vorreiter für viele spätere Westernbands.
-The Byrds: Pioniere des Country Rock
-Truck Stop: erfolgreichste und erste Band mit deutschsprachiger Countrymusik