Mamie Smith, geborene Robinson, war Pianistin, Tänzerin und Sängerin und 1920 die Interpretin, welche die erste Bluesaufnahme mit Gesang machte. Sie wurde wegweisend für den Vaudeville-Blues und deren Künstlerinnen wie Ma Rainey oder Bessie Smith (nicht verwandt).PLATZ 2: Lucille Hegamin
Lucille Hegamin, geborene Nelson, war 1920 nach Mamie Smith die zweite afroamerikanische Sängerin, die Blues aufnahm. Ihrer Herkunft und ihrer kurvigen Figur wegen wurde sie auch "the Georgia Peach" genannt. 1929 hatte sie eine eigene Radiosendung, was nur wenigen Frauen und nur wenigen Afroamerikanern gelang. Trotz ihres Erfolgs zog sich sich 1934 vom Musikgeschäft zurück und wurde Krankenschwester, erst 1961 machte sie wieder Aufnahmen und startete ein kurzes Comeback, ehe sie 1970 verstarb.
PLATZ 3: Alberta Hunter
PLATZ 3: Alberta Hunter
1921 nahm Alberte Hunter ihre erste Single auf, im Gegensatz zu Mamie Smith war sie auch als Songschreiberin tätig. Obschon sie noch vor Ma Rainey und Bessie Smith Platten einspielte, stand sie allerdings stets etwas im Schatten dieser beiden. Allerdings war Hunter nicht ausschliesslich Sängerin, einen Grossteil ihres Lebens arbeitete sie als Krankenschwester.
PLATZ 4: Ma Rainey
PLATZ 4: Ma Rainey
Gertrude "Ma" Rainey, geborene Pritchett, war ebenfalls eine der frühen Bluessängerinnen, nahm aber erst drei Jahre nach Mamie Smith ihre erste Single auf. Sie wurde als "Mutter der Blues" bezeichnet, die auch jüngere Künstler und Künstlerinnen unter ihre Fittiche nahm und förderte, allen voran Bessie Smith. PLATZ 5: Bessie Smith
Gefördert von Ma Rainey, konnte Bessie Smith bereits 1923, im selben Jahr wie ihre Mentorin, ihre ersten Aufnahmen machen, und dies war der Beginn einer Karriere, die ihr den Titel Empress of the Blues (Kaiserin des Blues) einbrachte; für viele ist Bessie Smith noch immer die beste Bluessängerin aller Zeiten. Ihr Leben aber war nicht immer einfach, sie wurde zur Alkoholikerin und verstarb viel zu jung nach einem Autounfall. Ihr Tod ist legendenumwoben, immer wieder wird die Geschichte erzählt, sie wäre verblutet, weil ein Krankenhaus für Weisse (es war die Zeit der Rassentrennung in den USA) sich geweigert hätte, sie aufzunehmen. Wirklich belegt ist diese Geschichte zwar nicht, dennoch wurde Bessie Smith dadurch zu einer Ikone für den Kampf gegen Rassismus, deren tragisches Ableben zum Thema verschiedener Theaterstücke und Protestsongs wurde.PLATZ 6: Lovie Austin
Cora Calhoun, die sich als Musikerin Lovie Austin nannte, war keine Sängerin, sondern Pianistin, Komponistin und Arrangeurin, die sowohl im Blues als auch im Jazz ihre Spuren hinterliess. In einer Zeit, in der Begleitmusiker und Arrangeure meist männlich waren, war sie die grosse Ausnahme. Ihre erste Aufnahme war 1923 als Begleitung für die Sängerin Ida Cox. Schliesslich brachte es Austin gar zur Bandleaderin, eine der wenigen Frauen, die zu jener Zeit diese Position innehatten.PLATZ 7: Hannah Sylvester
Zwar nahm auch Hannah Sylvester ihre ersten Singles 1923 auf, irgendwie ging diese Sängerin aber ziemlich vergessen- und dies obschon sie noch in den 1970ern aktiv war, kurz bevor sie 1973 verstarb. Hannah Sylvester hatte wohl eine der längsten Karrieren unter den klassischen Bluessängerinnen, dennoch stand sie stets etwas im Schatten von Bessie Smith und Ma Rainey.PLATZ 8: Coot Grant
Coot Grant, die eigentlich Leola Pettigrew und nach ihrer Hochzeit Leola Wilson hiess, machte ab 1925 Aufnahmen sowohl solo als auch mit ihrem Mann (der sie oft am Klavier begleitete) und verschiedenen Jazz-und Bluesmusikern. In Erinnerung blieb sie auch als Songschreiberin, sie und ihr Mann verfassten ungefähr 400 Songs. Mit Blind Blake nahm sie auch einige Country-Blues- Titel auf, wodurch sie eine der wenigen Künstlerinnen war, die sowohl Vaudeville- als auch Country-Blues machten.
1926 machte die Sängerin, Pianistin und Komponistin Victoria Spivey ihre ersten Aufnahmen. Bald war sie nicht nur als Musikerin, sondern auch als Schauspielerin erfolgreich. 1951 zog sie sich von der Bühne zurück und leitete einen Kirchenchor, doch während des Blues-und Folkrevivals der 1960er konnte sie ein Comeback starten. Ausserdem gründete sie ein Plattenlabel namens "Spivey Records", eine der wenigen von einer Frau geführten Plattenfirmen.
PLATZ 10: Memphis Minnie
PLATZ 10: Memphis Minnie
1929 machten Lizzie Douglas und ihr Ehemann Joe McCoy ihre ersten Plattenaufnahmen, sie nannten sich Kansas Joe und Memphis Minnie. Memphis Minnie spielte Gitarre und schrieb viele ihrer Songs selbst. Ihre Musik war nicht im jazzlastigeren Vaudeville-Blues verwurzelt, wie bei den "klassischen" Bluessängerinnen Bessie Smith oder Ma Rainey, sondern im folkigeren Countryblues. Sie wurde in Louisiana geboren, wuchs aber in Memphis, Tennessee auf, wo sie ein wichtiger Bestandteil der dortigen Blues-Szene war. Auch als Mentorin für jüngere Talente machte sie sich einen Namen. Leider konnte sie nicht wirklich von ihrer Musik leben, in ihren späteren Lebensjahren war sie auf Sozialhilfe angewiesen. Nach einem Schlaganfall sass sie im Rollstuhl und musste in ein Pflegeheim.
Auch erwähnenswert:
-Marion Harris: eine der ersten weissen Sängerinnen, die Bluestitel einspielten
-Big Mama Thornton: eine der wenigen Bluessängerinnen, die auch Mundharmonika spielten
-Koko Taylor: bekannteste Sängerin des Chicago Blues