Lex Luthor ist Firmenchef, Grossindustrieller, der reichste Mann in der Stadt Metropolis, Erfinder und der grösste Feind von Superman. Ob der Egomane Lex Luthor Superman mit seinen aussergewöhnlichen Fähigkeiten als Bedrohung ansieht oder ob er einfach nur eifersüchtig ist, auf das einzige Wesen, das seinen eigenen Ruhm in Metropolis schmälert, das ist nie so recht klar. Tatsache ist, dass Lex Luthor Superman mehr Schaden zugefügt hat, als es Gegner mit Superkräften je vermochten. So war Luthor etwa derjenige, der das Material Kryptonit erforschte und Supermans grösste Schwäche herausfand. Und er war verantwortlich für die Entstehung von Superschurken wie Bizarro, durch deren Hilfe er hoffte, Superman ausschalten zu können. Richtig gefährlich wird Luthor aber dadurch, dass er Kontakte bis in die höchsten Ämter der US-Regierung hat... im DC-Universum schaffte er es sogar selbst einmal bis zum Posten des Präsidenten!PLATZ 2: Doctor Sivana (Fawcett/DC Comics)
Abgesehen davon, dass er einen Doktortitel hat, ähnelt Thaddeus Sivana in vielem Lex Luthor. Beide sind Millionäre, Inhaber eines Firmeninmperiums und geniale Erfinder. Und beide haben sich mit Superman (Luthor) und Captain Marvel (Sivana) mächtige Helden zu ihren Gegnern gemacht. Captain Marvel- jener Captain Marvel, der lange vor Marvel Comics von C.C. Beck und Otto Binder für Fawcett Comics erfunden und später von DC übernommen wurde- würde ohne Dr. Sivana nicht einmal existieren. Es war Sivana, der das Archäologen-Eheppar C.C. und Marilyn Batson ermorden liess, um an die Geheimnisse einer von diesen entdeckten Halskette des antiken ägyptischen Zauberers Shazam zu kommen. Der Zauberer selbst erschien dem jungen Sohn der Batsons, Billy, und verlieh diesem seine Macht, jene Macht, hinter der Sivana her war. So entstand der Superheld Captain Marvel, der immer wieder gegen Sivanas böse Pläne antreten muss...PLATZ 3: Kingpin (Marvel Comics)
Wilson Fisk ist der Kingpin, der König des Verbrechens im New York des Marvel-Universums. In seinem Büro in seinem Hochhaus, dem Fisk Tower, residierend, gibt er sich in der Öffentlichkeit als unbescholtener Geschäftsmann und Philantrop, doch in Wirklichkeit ist er in unzählige Verbrechen verwickelt und ein hohes Tier im organisierten Verbrechen. Zwar macht er sich selten selber die Hände schmutzig, der massige Glatzkopf kann aber durchaus auch kämpfen, ist er doch ein exzellenter Ringer. Seine grössten Feinde sind- neben anderen Gangsterbossen, die ihn konkurrieren- die Helden Spider-Man und Daredevil. Spider-Man hätte einmal beinahe sein Superhelden-Dasein an den Nagel gehängt, weil er gegen die Machenschaften des Kingpin nichts ausrichten zu können glaubte- und für Daredevil wurde der Kingpin zu seinem grösten und gefährlichsten Gegner, nachdem Fisk die Geheimidentität des Helden herausgefunden hatte und damit begann, ihn systematisch zerstören zu wollen. PLATZ 4: Der Pinguin (DC Comics)
Den Spitznamen "Pinguin" erhielt der pummelige Oswald Chesterfield Cobblepot mit der langen Nase schon als Kind, damals wurde er damit gehänselt. Dass seine Mutter ihn dazu zwang, bei jedem Wetter einen Regenschirm mitzuführen, machte das Ganze nur noch schlimmer. Interessiert an Ornithologie waren die Vögel die einzigen Lebewesen, denen er sich verbunden fühlte. Als Erwachsener schlug Cobblepot zurück. Er wurde zum Verbrecher, der sich nun selber "Pinguin" nannte. Viele seiner Verbrechen hatten mit Vögeln, Ornithologie oder Regenschirmen zu tun- von denen er einige zu Waffen umgebaut hatte-, bevor sich der stets elegant gekleidete, kettenrauchende Gentleman-Verbrecher zu einem der mächtigsten Verbrecherbosse Gotham Citys hochgearbeitet hatte. Mit seinem Vermögen eröffnete er einen Nachtclub, die "Iceberg Lounge", wo er, sich in der Öffentlichkeit als geläuterter Geschäftsmann gebend, seine kriminellen Machenschaften im Verborgenen weiter betreibt- während Gothams maskierter Rächer Batman ein wachsames Auge auf ihn hält. Doch der Pinguin ist ein Meister darin, ein doppeltes Spiel zu spielen, da er hin und wieder auch als wertvoller Informant für Batman und Gothams Polizei tätig ist...PLATZ 5: Green Goblin (Marvel Comis)
Er ist ein mordender Irrer, dessen diebisches Gelächter eines seiner Markenzeichen ist. Erinnert das ein bisschen an den Joker? Batmans Erzfeind könnte durchaus eine Inspiration für Stan Lée und Steve Ditko gewesen sein, als sie den Grünen Kobold kreierten. Doch der Kobold ist um einiges komplexer als der Joker. Hinter dem ursprünglichen Grünen Kobold verbarg sich der Chemiker und Grossindustrielle Norman Osborn, der eine Formel entwickelte, die sowohl Kraft als auch Verstand steigern sollte. Er probierte diese an sich selber aus, doch war die Formel noch nicht ganz ausgereift. Osborn verlor zwar nicht wirklich seinen Verstand, doch er wurde verrückt und entwickelte eine zweite Persönlichkeit: den verbrecherischen Grünen Kobold. Mit seinem selbst entwickelten Gleiter und seinen Kürbisbomben machte er Spider-Man schon bald das Leben schwer. Richtig gefährlich wurde er, nachdem er- als erster Schurke überhaupt- Spideys Geheimidentität heraus gefunden hatte und nun auch dessen Freunde und Familie angriff. So war der Grüne Kobold etwa verantwortlich für den Tod von Gwen Stacy, Spider-Mans grosser Liebe. Als Norman Osborn für tot gehalten wurde, übernahm sein Sohn Harry die Rolle des Grünen Kobolds. Harry, der nach dem Tod seines Vaters mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte und an Schizophrenie erkrankte, gan Spider-Man die Schuld am Tod seines alten Herrn. Das Verrückteste an der ganzen Geschichte war, dass Spider-Man und der neue Grüne Kobold in ihren Geheimidentitäten als Peter Parker und Harry Osborn die besten Freunde waren. Auch Harry fand heraus, dass Peter Spider-Man ist, durch seinen Gesundheitszustand erinnerte er sich aber nicht immer daran. Aber Norman Osborn war nicht tot, sondern in Europa untergetaucht, wo er sich ein weltweites Netzwerk aufgebaut hatte, das bis in die hohen Ämter der Politik reichte. Nachdem er zurück kehrte, gründete er einen eigenen Geheimdienst und stellte sich in den Dienst der Vereinigten Staaten. Irgendwann aber übernahm seine Kobold-Persönlichkeit wieder die Kontrolle, sein Geheimdienst wurde aufgelöst und Osborn von seinen Ämtern enthoben...
PLATZ 6: Vera Rossakoff (Agatha Christie)
Was Irene Adler für Sherlock Holmes war, das war die russische Gräfin Vera Rossakoff für Hercule Poirot- eine Erzgaunerin, die es schaffte, den berühmten Detektiv um den Finger zu wickeln, da er ihr gegenüber so etwas wie zärtliche Gefühle und Bewunderung empfand. Tatsächlich war Poirot der Rossakoff gegenüber oft aussergewöhnlich naiv, konnte sie ihrer Verbrechen aber dennoch immer überführen, doch bewahrte er sie jedesmal vor dem Gefängnis. Ob Vera Rossakoff wirklich die Aristokratin war, als die sie sich ausgab, wurde nie geklärt. Vera Rossakoff ist unter den zahlreichen wiederkehrenden Figuren in den Büchern von Agatha Christie die einzige Schurkenfigur. Erstmals tauchte sie 1923 in der Kurzgeschichte "Ein Indiz zuviel" auf, spielte dann 1927 eine wichtige Rolle im Roman "Das Zeichen der Vier" und tauchte 1947 in der Geschichte "Die Gefangennahme des Zerberus" aus der Kurzgeschichtensammlung "Die Arbeiten des Herkules" noch ein letztes Mal auf. Obschon sie öfters auftauchte als Itene Adler- die nur in einer von Doyles Sherlock Holmes-Geschichten mitspielte-, wurde die Gräfin Rossakoff nicht ganz so bekannt in der Populärkultur wie die Adler. In der Serie "Poirot" mit David Suchet wurde die Rolle von Kika Markham gespielt.PLATZ 7: Mac Moneysac (Disney)
Mac Moneysac ist Dagobert Ducks Kontrahent um den Titel der reichsten Ente der Welt. Ursprünglich von Barks als südafrikanischer Millionär konzipiert, wurde er von späteren Autoren nach Entenhausen verlegt, da das Bild eines ausbeuterischen Weissen in Südafrika zur Zeit der dort herrschenden Apartheid Konfliktpotenzial bot- einzig Don Rosa, der sich stärker als alle anderen Disney-Künstler auf das Werk von Carl Barks bezieht, lässt ihn weiterhin als Südafrikaner auftreten. Für die Zeichentrickserie "Duck Tales- Neues aus Entenhausen" wurde er optisch zu einem Schotten umfunktioniert. Mac Moneysac, der im US-Original Flintheart Glomgold heisst, ist so etwas wie ein böser Zwilling von Dagobert- er ist genau so geldgierig und geizig, hat aber weniger bis gar keine moralische Skrupel, auch unlautere Methoden anzuwenden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schurken, denen die Ducks bisher gegenüber standen, würde Moneysac sogar über Leichen gehen, um sein Ziel zu erreichen. So etablierte er sich in den USA zu Dagoberts Kontrahenten Nummer 1, während in Italien der ähnlich angelegte, aber eher farblosere Klaas Klever diese Stellung einnimmt.PLATZ 8: Berengar Bläulich (Disney)
Berengar Bläulich, im Original Azure Blue, ist ein zwielichtiger, machtgieriger Schurke, der über grosse Bildung und beträchtliche Geldwerte verfügt. Er ist geltungsbedürftig, ruhmessüchtig und von sich selbst überzeugt- und er versucht mit allen Mitteln, seine Ziele zu erreichen. Unterstützt wird er von seinem Rechtsanwalt, dem durchtriebenen Justizrat Wendig. Als besonderen Gag liess Carl Barks sich einfallen, dass Bläulich auf nordische Gottheiten flucht, was möglicherweise mit Bläulichs Rolle bei seinem ersten Auftritt zu tun hat: In "Der goldene Helm" ("The Golden Helmet") gibt er sich als Nachkomme eines Wikingers aus und behauptet, Anspruch auf Amerikas Herrschaft zu haben. Zwar war dies Bläulichs einziger Auftritt bei Barks, doch haben andere Autoren und Zeichner die Figur weiter verwendet.PLATZ 9: Justizrat Wendig (Disney)
Justizrat Wendig ist ein durchtriebener Rechtsanwalt, der u.a. Berengar Bläulich zu seinen Mandanten zählt. Er stellt seine Überlegenheit gerne zur Schau, indem er mit pseudolateinischen Fachbegriffen um sich wirft. Seine herausragende Menschenkenntnis benutzt er, um andere zu manipulieren. Läuft etwas nicht nach seinem Plan, findet er stets jemanden, dem er die Schuld in die Schuhe schieben kann- oft droht er diesem gar mit juristischen Schritten. Da er Luxus liebt, ist er vor allem an seinem Honorar interessiert. Der im Original Sylvester J. Sharky genannte Winkeladvokat wurde von Barks ebenso wie Berengar Bläulich nur in der Geschichte "Der goldene Helm" verwendet, die zu einer Zeit entstand, als Barks selber Probleme mit Anwälten hatte, da er in einem Scheidungsverfahren steckte.PLATZ 10: Klaas Klever (Disney)
Auch Klass Klever wurde von Carl Barks erfunden, er verwendete ihn allerdings nur ein einziges Mal, in "Das Bootsrennen" ("Boat Buster"). In der deutschen Übersetzung wurde er dort Emil Erpel genannt, der Name Klaas Klever setzte sich erst später durch. Im Original gab Barks ihm den Namen John D. Rockerduck, in Anlehnung an den realen Milliardär John D. Rockefeller. Nachdem ein Urenkel des Milliardärs verschwunden war und schliesslich gerade zu der Zeit, als die Geschichte erschien, für tot erklärt wurde, hielt Barks es für pietätlos, diese Figur weiter zu verwenden. Andere Zeichner und Autoren waren anderer Meinung, vor allem in Italien entwickelte sich Klaas Klever zu Dagobert Ducks Geschäftskonkurrenten Nummer Eins. Hervorzuheben ist hierbei vor allem Romano Scarpa, der Klevers optisches Erscheinungsbild etwas umgestaltete. Klevers Beliebtheit in italienischen Comics sorgte dafür, dass der Charakter auch in den USA doch wieder in Comics auftrat, wobei vorwiegend Jack Bradbury zu erwähnen wäre, der Klever optisch noch etwas weiter entwickelte, hin zu der Figur, die wir heute kennen. Klever ist ein ähnlicher Charakter wie Mac Moneysac, im Gegensatz zu diesem aber in Entenhausen ansässig und Konkurrent Dagoberts um den Titel des reichsten Mannes der Welt- wobei er meist hinter Moneysac erst an dritter Stelle steht. Ebenso wie Moneysac greift er auch zu betrügerischen Mitteln, um seine Ziele zu erreichen, agiert aber weniger skrupellos. All dies, sowie seine Mitgliedschaft im Entenhausener Milliardärsclub, wo er ständig mit Dagobert streitet und Wetten eingeht, die er regelmässig verliert und dafür seinen Hut essen muss- ein Running Gag-entwickelten sich erst mit der Zeit und waren in Barks' einziger Geschichte mit dieser Figur noch nicht vorhanden.
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