Samstag, 18. April 2026

Top Ten: Die interessantesten Disney-Figuren

PLATZ 1: Dagobert Duck
Die reichste Ente der Welt gilt als Carl Barks' wichtigste Figur. Eingeführt als griesgrämiger, geiziger Kapitalist entwickelte sich die Figur schliesslich zum Abenteurer und Schatzsucher. Barks erfand eine Hintergrundgeschichte für Dagoberts immensen Reichtum, die später von Don Rosa weiter ausgebaut wurde. War er anfangs eher ein negativer Charakter, der auch vor unlauteren Methoden nicht zurück schreckte, wandelte Barks Dagoberts Charakter zu einem etwas positiveren, gutmütigeren Onkel um, als die Figur so beliebt wurde, dass sie ihre eigene Heftreihe erhielt. Geblieben sind Dagoberts Geldgier und sein Geiz- ansonsten ist er wohl jene Barks-Figur, die charakterlich den grössten Wandel erlebte. Sein Originalname Scrooge McDuck verweist einerseits auf seine schottischen Wurzeln, andererseits auf den Geizhals Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens' "Weihnachtsgeschichte".
PLATZ 2: Gundel Gaukeley
Die erste selbst verdiente Münze des reichsten Mannes der Welt soll magische Kräfte besitzen- glaubt zumindest die Hexe Gundel Gaukeley. Zu ihrem Glück hat der reichste Mann der Welt, Dagobert Duck, seine erste selbst verdiente Münze nie weggegeben. Zu ihrem Pech hütet er sie wie seinen Augapfel, ist er selbst doch der Überzeugung, dass diese, sein Glückszehner, ihm seinen Reichtum überhaupt erst eingebracht hat. Mit allen möglichen (und sogar unmöglichen) Tricks versucht die Hexe, die am Fusse des Vesuv wohnt, Dagobert diese Münze abzuluchsen, um sie zu einem magischen Amulett einzuschmelzen, welches ihr zu Macht und Reichtum verhelfen soll. Die Hexe, die im US-Original den passenden Namen Magica de Spell trägt, wurde zu einer nicht nur in den USA beliebten Schurkenfigur, in italienischen Disney-Comics (wo sie Amelia heisst) avancierte sie zu einer der beliebtesten Figuren überhaupt.
PLATZ 3: Mac Moneysac
Mac Moneysac ist Dagobert Ducks Kontrahent um den Titel der reichsten Ente der Welt. Ursprünglich von Barks als südafrikanischer Millionär konzipiert, wurde er von späteren Autoren nach Entenhausen verlegt, da das Bild eines ausbeuterischen Weissen in Südafrika zur Zeit der dort herrschenden Apartheid Konfliktpotenzial bot- einzig Don Rosa, der sich stärker als alle anderen Disney-Künstler auf das Werk von Carl Barks bezieht, lässt ihn weiterhin als Südafrikaner auftreten. Für die Zeichentrickserie "Duck Tales- Neues aus Entenhausen" wurde er optisch zu einem Schotten umfunktioniert. Mac Moneysac, der im US-Original Flintheart Glomgold heisst, ist so etwas wie ein böser Zwilling von Dagobert- er ist genau so geldgierig und geizig, hat aber weniger bis gar keine moralische Skrupel, auch unlautere Methoden anzuwenden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schurken, denen die Ducks bisher gegenüber standen, würde Moneysac sogar über Leichen gehen, um sein Ziel zu erreichen. So etablierte er sich in den USA zu Dagoberts Kontrahenten Nummer 1, während in Italien der ähnlich angelegte, aber eher farblosere Klaas Klever diese Stellung einnimmt.
PLATZ 4: Daniel Düsentrieb
Daniel Düsentrieb, im Original Gyro Gearloose, ist Diplom-Ingenieur und Entenhausens berühmtester Erfinder. Seine bekannteste Erfindung ist sein Helferlein, ein kleiner Roboter mit einer Glühbirne als Kopf. Der geniale, aber etwas schrullige Erfinder wird oft von Dagobert Duck angeheuert und ist mit der übrigen Familie Duck- obschon sie ihn immer noch siezen- eng befreundet. Ursprünglich als Nebenfigur gedacht, erlebte Düsentrieb bald auch eigene Abenteuer. Neben Dagobert zählte der Erfinder zu Barks' Lieblingsfiguren und wichtigsten Schöpfungen.

PLATZ 5: Balduin Beutelschneider
Balduin Beutelschneider ist von Berufs wegen eigentlich Rechtsanwalt, doch Recht und Gesetz sind ihm ziemlich egal- ihm geht es vor allem darum, sich zu bereichern und Macht zu gewinnen. Da er ausserdem ein kriminelles Genie ist, der sich sogar als Erfinder betätigt, ist er einer der gefährlichsten Gegner, mit denen es Micky Maus je zu tun hatte. In vielen frühen Micky Maus-Comics war Beutelschneider sogar der eigentliche Drahtzieher hinter den Verbrechen seines sehr viel berühmteren Komplizen Kater Karlo. Beutelschneider schreckt vor nichts zurück, nicht einmal vor Mord. Und dann ist er auch noch heimlich in Mickys Freundin Minnie verliebt, die er am liebsten heiraten möchte! Balduin Beutelschneider wurde 1930 in die Micky Maus-Comics eingeführt und war die erste speziell für die Comics erfundene Disney-Figur. Möglicherweise wurde der im Original als Sylvester Shyster bekannte Rechtsverdreher noch von Walt Disney persönlich erfunden, gestaltet wurde er vom Zeichner Win Smith. Da die erste Geschichte mit Beutelschneider aber nicht von Smith selber, sondern vom berühmten Floyd Gottfredson fertiggestellt wurde, gilt Beutelschneider allgemein als eine von Gottfredsons Figuren- er hatte die Figur auch weiterentwickelt und immer wieder verwendet. Zwar tritt er hin und wieder noch immer in Disney-Comics auf, ist aber im Vergleich zu anderen Schurkenfiguren wie Zwerg Zwetschge, das Schwarze Phantom und natürlich Kater Karlo ziemlich in Vergessenheit geraten.
PLATZ 6: Moby Duck
Moby Duck, dessen Name leicht als Anspielung auf Herman Melvilles Roman um den Weissen Wal Moby Dick erkannt wird, ist Seemann und Walfänger. Den Grossteil seines Lebens verbringt er, gemeinsam mit seinem Maat Doofy Duck, auf hoher See. Hin und wieder arbeitet er auch als Schiffskapitän für Dagobert Duck. Manchmal hilft ihm auch Donald auf seinem Schiff aus. Moby Duck ist eine der wenigen Disney- Figuren, die im Original den selben Namen tragen. Vic Lockman und Tony Strobl, einer der fleissigsten Disney- Zeichner, erfanden ihn 1967. Von 1967 bis 1978 hatte er in den USA eine eigene Heftserie, die danach eingestellt wurde, als das Thema Walfang immer heikler wurde. Von heutigen Autoren und Zeichnern wird Moby Duck nur noch selten verwendet.
PLATZ 7: Mother Gothel
Obschon in der deutschen Version des Animationsfilms "Rapunzel-Neu verföhnt" ihr Name nie erwähnt wird, weiss jeder Disney-Fan, wer mit Mother Gothel gemeint ist: Die Schurkin des Films, die als Rapunzels angebliche Mutter fungiert, aber nur an den Zauberhaaren des Mädchens interessiert ist, durch deren Hilfe die eigentlich alte und hässliche Hexe jung und schön bleiben will. Doch egal, wie attraktiv sie sich auch zeigen mag- mit ihren schwarzen Locken und Formen, die für Disney-Verhältnisse ziemlich weiblich sind-, ihren bösen und hinterlistigen Charakter kann die Hexe nicht ablegen...
PLATZ 8: Ursula
Ursula die Meerhexe ist die Antagonistin im Disney-Zeichentrickfilm "Arielle die Meerjungfrau". Die böse Meerhexe trickste Arielle aus und versuchte, das Unterwasserkönigreich von Arielles Vater Triton zu übernehmen.
PLATZ 9: Jessica Rabbit
Lange fanden Sexualität und Erotik im Disney-Kosmos überhaupt nicht statt, was sich u.a. dadurch zeigte, dass alle Verwandtschaftsbeziehungen sich auf Onkels, Tanten, Neffen und Nichten bezogen, bekanntestes Beispiel hierfür ist sicherlich die Familie Duck. Zeichner, die, nach Meinung der Konzernleitung, zu freizügige oder zu erotische Frauenfiguren malten, wurden zwar nicht gleich entlassen, aber gerügt...und die Figuren wurden so retuschiert, dass sie in den "unschuldigen" Disney-Kosmos passten. Spätestens 1988 aber konnte sich auch Disney nicht mehr vor der Erotik drücken. Da erschien der gemeinsam mit Steven Spielberg produzierte Mischfilm "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" und damit auch die Figur von Rogers verführerischer Ehefrau Jessica Rabbit. Mit langer, roter Mähne, den längsten Beinen, die eine Cartoon-Figur je hatte und mehr Busen und Decolletée als jede andere bisher bekannte Cartoon-Figur, schaffte sie es bei einer Umfrage in Grossbritannien zum Titel "Sexiest Cartoon Character", sogar weit vor Betty Boop, dem Cartoon-Sexsymbol früherer Zeiten. Warum der Hase Roger Rabbit allerdings eine Menschenfrau ehelichte, das bleibt ein Geheimnis...
PLATZ 10: Jade
Jade ist eine Fee und die grosse Liebe des Archäologen und Abenteurers Indiana Goof, eines Vetters von Goofy. Allzu sehr aufeinander einlassen, können oder wollen sie sich aber nicht, denn durch die Verbindung mit einem Sterblichen würde Jade ihre Feenkräfte verlieren. Jade wurde, ebenso wie Indiana Goof in Italien von Bruno Sarda erfunden und zeigt, dass sich die italienischen Disney-Zeichner etwas mehr zu erlauben scheinen als die amerikanischen, was die Darstellung weiblicher Reize betrifft. Obschon auch Jade, wie so viele Disney-Figuren, ein antropomorphes Tier ist (auch wenn nicht ganz klar erscheint, was für eines, möglicherweise, wie Indiana Goof und Goofy, ein Hund), verfügt sie nicht nur über lange Beine (die mit denen von Jessica Rabbit mithalten können) und eine blonde Löwenmähne, sondern auch über einen recht hübschen Busen... was bei Disney-Figuren ansonsten kaum oder gar nicht vor kommt...

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