Donnerstag, 7. März 2024

Top Ten: Die besten Comic-Autoren

PLATZ 1: René Goscinny 
Er war wohl der Grossmeister des europäischen Comichumors. Seinem Witz konnte sich keiner entziehen, zu seinem Werk gehören die weltweit beliebtesten Comics überhaupt. Er schrieb Szenarien für Morris' Lucky Luke und erfand gemeinsam mit Jean Tabary Isnogud und mit Albert Udero Pitt Pistol, Umpah-Pah und Asterix. Mit letzterem konnte er sogar Leser überzeugen, die Comics gegenüber sonst eher abweisend eingestellt sind. Nach seinem Tod übernahm Uderzo auch die Szenarien von Asterix, doch kamen nur wenige dieser im Alleingang gefertigten Abenteuer an jene von Goscinny heran.
PLATZ 2: Hergé
Der Belgier Georges Remy alias Hergé hatte wie kaum ein anderer Einfluss auf die Comics in Frankreich und Belgien, gilt er doch als der Begründer des als "Ligne claire" bekannten Zeichenstils. Da er die meisten seiner Comics auch selber schrieb, gehört er durchaus auf diese Liste. Seine bekannteste Reihe, Tim und Struppi, gehört zu den bekanntesten Klassikern der europäischen Comics. Waren die frühen Abenteuer Tims noch von Vorurteilen der damaligen Zeit und rassistischen Darstellungen geprägt und dadurch in Kritik geraten, begann Hergé später sich mit den von ihm dargestellten Kulturen auseinanderzusetzen und zu recherchieren- wahrscheinlich war er sogar einer der ersten Comic-Künstler, der Recherchearbeiten für seine Werke betrieb. 

PLATZ 3: Carl Barks 
Auch der Amerikaner Carl Barks recherchierte für seine Geschichten, wobei er sich vorwiegend auf Artikel in der Zeitschrift "National Geographic" stützte, wenn seine Stories in fremden Ländern spielten. Barks war der beliebteste Zeichner von Disney-Comics, wobei er sich fast ausschliesslich der Geschichten um Donald Duck und seiner Familie anahm. Diese erweiterte er um zahlreiche Figuren wie Dagobert Duck, Gustav Gans, Daniel Düsentrieb, die Panzerknacker, Mac Moneysac, Gundel Gaukeley... allesamt Charaktere, die heute aus dem Disney-Kosmos nicht mehr wegzudenken sind. Barks war einer der wenigen Disney-Künstler, der seine Geschichten sowohl schrieb als auch zeichnete, wobei er sie mit einem Humor ausstattete, der sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprach.

PLATZ 4: Don Rosa
Carl Barks grösster Bewunderer ist wohl Don Rosa, der oft sogar als Barks' Nachfolger bezeichnet wird. Obschon sich Rosas Zeichenstil von jenem von Barks unterscheidet- Rosa arbeitet sehr viel mehr mit Schraffierungen als jeder andere Disney-Zeichner-, hat dies durchaus seine Richtigkeit. Rosa hat Barks' Werk weitergeführt, hat Fortsetzungen zu Klassikern von Barks geschrieben und gezeichnet- wie Barks macht auch er beides- und er verwendet in seinen Duck-Geschichten nur Figuren, die von Barks erfunden wurden (mit Ausnahme von Donald und Daisy, die schon vor Barks existierten, und Rosas eigener Schurkenfigur, dem Schwarzen Ritter). Insbesondere Dagobert Duck hat Rosa, aufgrund von Hinweisen in Barks' Werk, zu einer ausführlicheren Biographie verholfen- die Reihe "Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden" zählt zu den Meilensteinen unter den Disney-Comics.
PLATZ 5: André Franquin 
André Franquin gilt neben Hergé zu einem der prägendsten Comickünstler Belgiens und der Ligne claire. Als Autor seiner Geschichten war er für seinen leicht anarchistischen Humor bekannt. Franquins Aufstieg begann, als er von Jije die Reihe "Spirou und Fantasio" übernahm, welche er lange betreute und wichtige Nebenfiguren wie den Grafen von Rummelsdorf und das Marsipulami einführte. Er verliess die Serie, um sich vollständig seiner eigenen Gagreihe "Gaston" widmen zu können und überliess Spirou seinem Nachfolger Jean-Claude Fournier. Seither haben verschiedene Zeichner und Autoren sich Spirou angenommen, doch nur die wenigsten kommen stilistisch und humoristisch an den Grossmeister Franquin heran.
PLATZ 6: Hugo Pratt
Der Italiener Hugo Pratt führte ein beinahe so abenteuerliches Leben wie die Hauptfigur seiner bekanntesten Geschichten: Corto Maltese, ein melancholischer Weltenbummler, dessen Abenteuer zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielen. Daneben veröffentlichte dieser Künstler, der ein Meister der Schwarz-Weiss-Zeichnungen war, auch einige eigenständige Graphic Novels, auch diese hatten oft einen historischen Hintergrund. In den USA war Will Eisner für die Entstehung der Graphic Novels prägend, in Europa war es Hugo Pratt, der in Italien, Frankreich, England und sogar in Argentinien tätig war.
PLATZ 7: Neil Gaiman 
Schriftsteller, Drehbuchautor, Comic-Autor- dieser in den USA lebende Brite dürfte jedem bekannt sein, ob durch Bücher und Filme wie "Coraline" oder "Sternwanderer" oder durch seine Comics für DC, die sehr viel philosophischere und erwachsenere Stories präsentieren als DC's sonstiges Superhelden-Programm. "Sandman" und "Die Bücher der Magie" zählen zu den besten Comics aus dem DC-Verlagsprogramm und wurden mit Preisen überhäuft, wozu auch die Künstler beitrugen, die Gaimans Skripte zeichnerisch umgesetzt hatten. 

PLATZ 8: Alan Moore
Brite, Gnostiker, Anarchist... und einer der besten Comicautoren des englischsprachigen Raums, das ist Alan Moore. Die meisten seiner Werke erschienen in den USA, viele bei DC. Für DC's beliebtesten Superhelden Batman schrieb er "The Killing Joke" (gezeichnet von Brian Bolland), eine der besten Batman-Geschichten überhaupt, die Moore selber allerdings zu seinen schlechteren Arbeiten zählt. In der von Len Wein und Bernie Wrightson geschaffenen Serie "Swamp Thing" führte er den anarchistischen britischen Mystiker John Constantine ein, der mit "Hellblazer" schliesslich seine eigene Reihe erhielt. Seine wichtigsten Arbeiten aber sind "The League of Extraordinary Gentlemen" (gezeichnet von Kevin O'Neil), das sehr poltisch-kritische "V for Vendetta" (gezeichnet von David Lloyd) und "Watchmen" (gezeichnet von Dave Gibbons), eine düstere Abrechnung mit dem Superheldengenre. Alle drei Werke wurden verfilmt, wenn auch nicht eins zu eins nach Vorlage, weshalb sich Moore von vielem Verfilmungen seiner Werke distanziert. Dennoch zählen alle drei Verfilmungen zu den besten Comic-Verfilmungen überhaupt...
PLATZ 9: Jack Kirby
Jack Kirby war der Grossmeister der amerikanischen Superheldencomics. Meist wird er vor allem als Zeichner verehrt, doch war er durchaus auch als Autor tätig. Viele der frühen Comics für Marvel Comics, die Kirby gemeinsam mit Stan Lee schuf, wurden von Kirby ausgearbeitet, da Lee meist nur als Ideengeber fungierte. Lee und Kirby gelten als Begründer des Marvel-Universums und erfanden Figuren wie die Fantastic Four, den Hulk, Iron Man und die X-Men. Im Alleingang entwickelte Kirby für DC die sogenannte "4th World" mit den Planeten New Genesis und Apokolips, die heute im DC-Universum wichtige Rollen spielen; auch der in Reimen sprechende Dämom Etrigan war Kirbys Idee. Für Marvel entwickelte er eine der 4th World ähnliche Reihe mit dem Titel "Eternals", eine der wenigen Marvel-Reihen, die vollständig Kirbys Idee war. Seine zeichnerischen Leistungen gelten im Superheldengenre als das Mass aller Dinge, dabei geht leider oft vergessen, dass Kirby auch ein hervorragender Autor war, der zu Unrecht lange im Schatten von Marvel-Mastermind Stan Lee stand.

PLATZ 10: Len Wein
Len Wein arbeitete für verschiedene amerikanische Verlage, doch seine berühmtesten Werke schuf er für Marvel, wo er in einer "Hulk"-Geschichte den kanadischen Mutanten Wolverine erstmals auftreten liess, der später von Chris Claremont und John Byrne in der Reihe "X-Men" verwendet wurde, und für DC, wo er gemeinsam mit dem Zeichner Bernie Wrightson die Figur Swamp Thing, seine wohl wichtigste Schöpfung, erfand. Wein konnte Superheldencomics, Horrorstories und romantische Geschichten gleichermassen schreiben und betreute verschiedene Serien in den Superheldenprogrammen von DC und Marvel. Am beliebtesten sind aber seine Gruselcomics, zu denen durchaus auch "Swamp Thing" gezählt werden kann...

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