Freitag, 8. März 2024

Top Ten: Die besten Comic-Zeichner

PLATZ 1: Jack Kirby 
Jack Kirby war der Grossmeister der amerikanischen Superheldencomics. Gemeinsam mit Stan Lee gilt er als Mitbegründer des Marvel-Universums; die beiden erfanden Figuren wie die Fantastic Four, den HulkIron Man und die X-Men. Im Alleingang entwickelte Kirby für DC die sogenannte "4th World" mit den Planeten New Genesis und Apokolips, die heute im DC-Universum wichtige Rollen spielen; auch der in Reimen sprechende Dämom Etrigan war Kirbys Idee. Für Marvel entwickelte er eine der 4th World ähnliche Reihe mit dem Titel "Eternals", eine der wenigen Marvel-Reihen, die vollständig Kirbys Idee war. Seine zeichnerischen Leistungen gelten im Superheldengenre als das Mass aller Dinge.

PLATZ 2: Steve Ditko
Steve Ditko war der zweite grosse Zeichner von Marvel-Comics in deren Anfangstagen. Gemeinsam mit Stan Lee erfand er Spider-Man und Doctor Strange. Ditkos Figuren waren weniger muskulös gezeichnet als Kirbys, was auch ausschlaggebend dafür war, dass Lee Ditko zum Zeichner von Spider-Man machte, da er mit Kirbys Entwürfen für die Figur nicht zufrieden war. Ditko kann durchaus mit Kirby mithalten, während Kirby vor allem für seine Superheldenfiguren geschätzt wird, wird Ditko vorwiegend für seine psychedelisch anmutenden Hintergründe geliebt, die besonders in den Geschichten um den Magier Doctor Strange zum Einsatz kamen. Auch für DC erfand Ditko einige Figuren, darunter das Duo Hawk & Dove und den Creeper, die Figur Question, die ebenfalls bei DC erscheint, stammt auch von Ditko, wurde allerdings noch für den Verlag Charlton Comics kreiert, dessen Gestalten später von DC übernommen wurden.

PLATZ 3: Wally Wood
Wallace "Wally" Wood war eine tragische Gestalt unter den grossen amerikanischen Comic-Zeichnern. Stets versuchte er, möglichst unabhängig zu arbeiten, doch nur selten gelang es ihm. Bekanntheit erlangte er als Mitarbeiter des Magazins "MAD", wo er, der die Stile anderer Zeichner perfekt nachahmen konnte, für Parodien zuständig war. Bei Marvel Comics wurde er Nachfolger von Bill Everett bei der von Stan Lee und Everett geschaffenen Serie "Daredevil"; es war Wood, der diesem Helden sein rotes Kostüm verpasste (bei Everett war dieses noch bunt). Wood arbeitete auch Geschichten nach den Ideen von Stan Lee aus, wurde von diesem aber- wie damals bei Marvel üblich- nicht als Co-Autor gewürdigt, was zum Bruch mit Lee und Marvel führte. Wally Wood, der Superheldencomics ebenso zeichnen konnte wie Horrorcomics (bei dem auf Horror spezialisierten Verlag EC Comics war er einer der wichtigsten Zeichner) und Erotik (etwa für die Zeitschrift "Playboy"), war starker Raucher und hatte mit Alkoholproblemen zu kämpfen, was seiner Gesundheit arg zusetzte. Er erblindete auf einem Auge, konnte eine Hand kaum noch bewegen, seine Nieren versagten, und er war auf Hilfe angewiesen. 1981 erschoss er sich.
PLATZ 4: Bill Everett
Auch Bill Everett war eine tragische Gestalt, doch wurde sein Werk zu Lebzeiten wohl mehr gewürdigt als jenes von Wally Wood. Everett, der eine schwache Gesundheit hatte (er litt in seiner Kindheit an Tuberkulose) und bereits als Jugendlicher Alkoholprobleme hatte, war einer der grossen Zeichner und Autoren bei den Verlagen Timely und Atlas, den Vorgängern von Marvel Comics. Er erfand die Figur von Prinz Namor, dem Sub-Mariner, einer der ersten Figuren, die sowohl Held als auch Schurke sein konnte und heute manchmal auch als Antiheld betrachtet wird. Gemeinsam mit Stan Lee erfand er die Figur Daredevil, welche bei Everett noch ein buntes Kostüm trug, bevor Wally Wood dieses veränderte. Aufgrund seiner schwachen Konstitution und seines Lebenswandels verstarb Bill Everett 1972 mit nur gerade 55 Jahren.

PLATZ 5: Dave Berg
War Dave Berg eher Cartoonist oder Comic-Zeichner? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da Berg irgendwie beides in sich vereinte. Seine berühmtesten Arbeiten waren kurze Gagstrips für "MAD", in denen er seine Umwelt humoristisch aufs Korn nahm. Im Gegensatz zu den meisten Comicstrips waren diese aber sehr realistisch gezeichnet, und wäre Berg bei Marvel geblieben (wo er auch einige Comics gezeichnet hatte), er würde wohl mit Kirby, Everett, Ditko oder Wood in einem Atemzug genannt werden. Stattdessen entschied Berg sich für die Welt des Humors, und obschon er zu den beliebtesten MAD-Zeichnern zählte, wurde ihm nie jener Ruhm zuteil, den andere MAD-Zeichner wie Sergio Aragones oder Don Martin erhielten, vielleicht, weil er keine bekannte Figur schuf und seine Gestalten auch keine so unverkennbare Physiognomie wie jene von Don Martin hatten. Berg war auch ein Meister der Schwarz-Weiss-Zeichnung, der, hätte er Graphic Novels gezeichnet, mit Hugo Pratt oder Will Eisner (für dessen "Spirit" er Hintergrundzeichnungen angefertigt hatte) hätte verglichen werden können. Dadurch, dass sein Werk eher im Hintergrund blieb, ist Dave Berg wohl einer der am stärksten unterschätzten Comic-Zeichner überhaupt...

PLATZ 6: Neal Adams
Neal Adams war hauptberuflich Grafiker, bekannt ist er heute aber vorwiegend für seine Comics. Insbesondere für DC Comics zeichnete er einige Meisterwerke, die meisten davon mit dem Autor Dennis O'Neil. Zu nennen wären hierbei die gemeinsamen Abenteuer der Helden Green Lantern und Green Arrow in der Miniserie "Hard Travelling Heroes", die stark sozialkritisch war, oder zahlreiche Stories um Batman. Tatsächlich muss Neal Adams zu den besten Batman-Zeichnern überhaupt gezählt werden, war es doch das Duo O'Neil und Adams, das diesen Charakter zurück zu seinen Ursprüngen führte und ihn wieder düsterer machte. Auch nachdem er nur selten noch Comics zeichnete, war er als Illustrator für Heftcovers gefragt.

PLATZ 7: Jim Starlin 
Jim Starlin ist Comic-Zeichner, Comic-Autor und Schriftsteller, seine bekanntesten Werke schuf er für Marvel und DC. Bei Marvel ist Starlin vor allem durch seine kosmischen Sagen bekannt, zu denen "The Infinity Gauntlet" und "Infinity War" gehören. Deren Hauptfiguren, den heldenhaften Adam Warlock und den schurkischen Thanos, führte Starlin selber ins Marvel-Universum ein, aus dem sie heute nicht mehr wegzudenken sind. Starlins Zeichenstil orientiert sich an seinen grossen Vorbildern Jack Kirby und Steve Ditko, mit denen er den Vergleich nicht zu scheuen braucht.

PLATZ 8: John Romita senior
John Romita senior zeichnete zwar auch an anderen Serien mit, doch Aufsehen erregte vorwiegend seine Arbeit an "Spider-Man", wo er die Nachfolge von Steve Ditko antrat. Bei Romita, so könnte man sagen, wurde Spider-Man erwachsener, er wurde muskulöser dargestellt (wenn auch nicht ganz so muskulös wie ihn Kirby wohl gezeichnet hätte). Romita wurde zu einem der beliebtesten Spider-Man-Zeichner, der dieser Serie einige Jahre treu blieb. Später trat sein Sohn, John Romita junior, in des Vaters Fussstapfen und zeichnete ebenfalls Spider-Man, wobei er sich sehr stark am Stil seines alten Herrn orientierte.

PLATZ 9: Dave Gibbons
Dave Gibbons begann in seiner Heimat England Comics zu zeichnen, bevor er auch für den amerikanischen Markt entdeckt wurde. Der Grossteil seiner US-Comics waren für DC, wo er als Zeichner für Green Lantern überzeugte. Sein Hauptwerk aber ist die mit dem Autor Alan Moore kreierte Superhelden-Graphic-Novel Watchmen, die zu den meistgelobten Superheldencomics überhaupt zählt.
PLATZ 10: Michael Turner
Michael Turner war ein Comic-Zeichner der jüngeren Zeit, der durch seine Arbeiten für Top Cow Comics bekannt wurde; u.a. war er Mitentwickler der Serie Witchblade und alleiniger Erfinder der Serie Fathom. Beide Serien hatten starke, attraktive Frauengestalten als Hauptprotagonistinnen, wodurch Turner sich als Meister in der Darstellung weiblicher Reize präsentierte, auch wenn er dabei stets realistischer blieb als andere Comic-Zeichner wie Jim Lee oder Jim Balent, deren vollbusige Gestalten eher kritisiert wurden als Turners. Leider war Michael Turners Karriere nur von kurzer Dauer, da er mit nur gerade 37 Jahren an Knochenkrebs verstarb.






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