Mittwoch, 4. September 2013

Aufzeichnungen eines Aussenseiters, 4.9.2013

1984 rückt immer näher! 1984? Das ist doch schon längst vorüber?!
Nun, ich meine natürlich nicht das Jahr 1984, wie wir es erlebt
haben. 1984, klar ist das längst vorbei! Das war vor immerhin
bereits 29 Jahren! Damals wurde ich gerade eingeschult, so lange
ist das her! Hier aber meine ich 1984, wie es von George Orwell
in seinem Roman "1984" beschrieben wurde, lange vor 1984,
damals noch als Science-Fiction-Roman. Orwell beschrieb darin
die erschreckende Zukunftsvision des "totalen Ueberwachungs-
staates". Und diese Schreckensvision scheint sich immer mehr
der Realität anzupassen. Oder umgekehrt, das Resultat ist das
selbe. Ueberall, wo wir hingehen, umgeben uns bereits Ueber-
wachungskameras. Angeblich zu unserer "Sicherheit". Vielleicht
aber doch vielmehr, um z.B. Ladendiebe besser aufspüren zu
können. Klar, Kriminalität ist ein Problem, doch diejenigen, die
am meisten unter den Massnahmen dagegen leiden, sind diejeni-
gen, die sich nichts zuschulden kommen lassen. Neulich fiel mir
beim Einkaufen ein Schild auf: "Videoüberwacht zu Ihrer Sicher-
heit", und ich meinte zu meiner Freundin: "Das Video muss hier
zu unserer Sicherheit überwacht werden. Wenn es nicht überwacht
wird, macht das Video wohl nur Quatsch."
Oder die ganzen Reality-TV-Formate, angefangen damals bei "Big
Brother", über "Dschungel-Camp", bis hin zu den ganzen "Home-
Story"-Formaten. Und dies erweitert von "Google Street View".
Inzwischen gibt es bereits, wenn auch noch in der Entwicklungs-
phase, Zahnimplantate, die kontrollieren können, ob Diätpläne
eingehalten werden!

Natürlich sind da gewisse Vertreter des Bundesamts für Gesund-
heit (BAG) bereits Feuer und Flamme für solche "Innovationen".
Ich nenne so was eher "Idiotien"! Nicht nur, dass uns normalen
Menschen das BAG keinen Biss in einen Donut mehr gönnen
mag, jetzt fangen die Technologie-Entwickler und Informatiker
auch noch mit solchen Sperenzchen an! Ausgerechnet eine Berufs-
gruppe, die- wegen Büro-und Computerarbeiten und wenig Bewe-
gung- selber oft mit Uebergewicht zu kämpfen haben! Wie wür-
den die wohl reagieren, wenn sie sich selber so ein Implantat ein-
setzen lassen sollen? Ich vermute mal, dass sich die meisten- und
dies verständlicherweise- weigern würden! Und wie soll diese Son-
de überhaupt funktionieren? Bei einem Löffel eines McFlurrys
erklingt ein Klingelton, oder was? Das führt doch höchstens dazu,
dass Menschen, die Diätpläne kriegen, bei jedem Verstoss zu Tode
erschrecken! Faszit: statt mehr Gesundheit mehr Herzinfarkte! Das
BAG würde die Schuld daran aber sicher dem Uebergewicht oder
dem Bluthochdruck zuschreiben, keineswegs dem Inplantat! Nein,
danke, lieber lebe ich in einer Gesellschaft von Menschen, die das
Leben geniessen können, auch wenn einige von ihnen vielleicht
zu dick sind.

Meine Freundin, selber übergewichtig, arbeitet übrigens am Com-
puter. Vor Kurzem hatte sie ein Problem mit ihrem Arbeits-PC und
musste Fachleute hinzuziehen. Danach meinte sie zu mir: "Diese
Computermenschen haben mich heute genervt!"
"Computermenschen?" erwiderte ich, der ich mir vorkam, als wäre
ich in einem Science-Fiction-Roman gelandet. "Hast du zuviel Isaac
Asimov gelesen?"

Ich weiss übrigens nicht, was ich tun werde, falls mir im Alter mal
die Zähne ausfallen sollten. Ich hoffe natürlich, dass ich meine na-
türlichen Beisserchen so lange wie möglich behalten kann. Aber
falls doch... wahrscheinlich werde ich dann wohl zahnlos leben.
Wenn man nicht mal mehr sicher sein kann, dass in den falschen
Zähnen nicht eine Sonde der USA drin sein könnte... oder noch
schlimmer: des BAG...!

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