Montag, 15. September 2014

Kurzgeschichte: "Was beim Oeffnen eines Morgenrocks zu Tage treten kann"

Morgana öffnete Oskar die Tür. Sie trug einen geblümten
Morgenrock. In den drei Jahren, seit sie auseinander waren,
hatte sie ziemlich zugenommen.
"Du wolltest mich sprechen?" fragte Oskar.
"Ja, komm doch rein", sagte sie. "Entschuldige, dass ich
dich im Morgenrock empfange, ich war gerade in der
Badewanne."
"Schon gut", machte er und trat ein. Sie gebrauchte immer
noch die gleichen Tricks wie früher. Sie setzten sich.
"Du hast immer gesagt, ich wäre die Beste gewesen", fing
Morgana an zu reden.
"Das warst du auch."
"Nun, lass uns nicht zu sehr um den heissen Brei rum reden.
Ich möchte dich zurück."
"Echt?"
"Echt. Oder bist du vergeben?"
"Nicht mehr."
"Na also, wo liegt das Problem?" Sie stand auf. "Möchtest
du einen Kaffee?" fragte sie.
Er stand ebenfalls auf. Anstelle einer Antwort trat er zu ihr
hin und umarmte sie. Sie erwiderte die Umarmung. Durch
den Morgenrock konnte er spüren, dass sie ziemlich viel
zugenommen hatte. Sie küssten sich. Er öffnete ihr den
Morgenrock.
"Ach herrje!" entfuhr es ihm, als er sah, was sich da vor
seinen Augen zeigte. Morgana war nie schlank gewesen,
aber inzwischen hatte sie sich einen gigantischen Hänge-
bauch angefressen, der ihr bis an die Schenkel runter hing.

Sie wich zurück. "Ich bin dir zu fett geworden, nicht wahr?"
fragte sie. Er antwortete nicht. Stattdessen nahm er sie
wieder in die Arme, küsste sie und zog ihr den Morgen-
rock ganz aus. Sie trug nichts darunter. Er versuchte, ihre
Fleischmassen in Richtung Bett zu bugsieren. Sie leistete
keinen Widerstand. Sie machten es, ohne ein Wort mitei-
nander zu sprechen. Kein einziges Wort fiel, bis sie schliess-
lich einschliefen.

Am nächsten Morgen wurde Oskar von einem Sonnenstrahl,
der durchs Fenster hineinschien, geweckt. Er rieb sich die
Augen und erblickte Morgana, nackt, in der Kochnische.
"Guten Morgen", wünschte sie und öffnete das Küchenfenster
über dem Spülbecken. Sie musste sich dazu etwas über das
Becken beugen, denn ihr Bauch war ihr dabei im Weg.
"Möchtest du Frühstück?" fragte sie.
"Gerne", antwortete er. Er blickte sie an. 'Sie ist immer noch
die Beste', dachte er, 'aber sie ist so unsagbar fett geworden.'
Er überlegte sich, ob er es wirklich nochmal mit ihr versuchen
sollte, nochmal eine Beziehung mit ihr eingehen, so wie da-
mals...

Morgana öffnete Titus die Tür im Morgenrock.
"Du hast mir doch immer gesagt, wie toll ich im Bett wäre",
sagte sie...

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